Monatsandacht


„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“
Apostelgeschichte 5,29

Was haben ein Audi S8 und der Bibelspruch für die heutige Andacht gemeinsam? - In beiden steckt das Wort Horch. („Audi“ ist die lateinische Befehlsform von „horchen“.)
Horchen ist ein etwas altbackenes Wort für „hören“. Es meint das genaue Hinhören, so wie wenn zum Beispiel eine Katze auf Beute lauert, und genau hinhorcht, wo die Maus piepst. Gehorchen meint dann wieder „hörig sein“, also ein offenes Ohr zu haben und sich auch nach dem zu richten, was man hört.
Aktives Hören und Handeln, das Hand in Hand geht. Gehorchen ist also die Kunst, einen der fünf Sinne bewusst zu nutzen und sich durch den Sinneseindruck Orientierung zu verschaffen. Gott gegenüber gehorsam sein ist dann in der Konsequenz das bewusste Hören auf das, was Gott uns vermittelt und unser Leben nach der aufgenommenen Weisung auszurichten.
Allerdings stellt sich die Frage, ob wir immer Gott hören oder ob uns unser Eindruck nicht auch anderes vermittelt. Wir sollen Gott gegenüber mehr Hörigkeit haben als gegenüber den Menschen. Schnell ist man dann dabei, auf andere zu gucken und sich zu denken: „Lass den Schwätzer reden, ich gehorche Gott!“
Das muss man nicht so drastisch äußern, es hat aber durchaus seine Berechtigung. In allen Lebenslagen ist Gottes Wille lebensförderlich und sollte deshalb Priorität haben. Da kann man nicht immer dem Geschwätz anderer Gehör schenken.
Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass man selber auch nur ein Mensch ist. Machen wir auch bei uns selbst den Unterschied zwischen dem, was Gott uns vermittelt oder reden wir uns unsere Vorstellungen von Glauben als Gottes Willen ein?
Sind wir nicht oft unseren eigenen Interessen eher gehorsam als denen von Gott? Gerade hier wird es dann doch wieder wichtig, sich mit anderen zusammenzusetzen und einander eben doch zuzuhören, um ein Gespür für Gottes Reden in unserem Leben zu bekommen.
Jeder hat seine Erfahrung mit Gott und seine Erkenntnis. Gott wird doch auch durch das Zeugnis des Gegenübers hörbar. Das kann man nicht als „Geschwätz“ abtun.
Die Gotteserfahrung ist da wie ein Puzzle, für das jeder ein passendes Teil mit-bringt. Und wie bei einem Puzzle ist es die Geduld, die man braucht, um ein stimmiges Bild zusammenzufügen.

Möge Christus selbst uns die Ohren öffnen, auf dass wir Gott mehr gehorchen als uns Menschen.



Mit freundlichen Grüßen und Segenswünschen,
Pastor Benzing